Gute Gedanken, böse Gedanken

Kontrolliere ich die Welt?

Der Satz „Alle meine negativen Gedanken, die ich gegenüber anderen Menschen habe, fallen auf mich selbst zurück“ berührt tiefgründige Konzepte, die sich durch die Religionsgeschichte, esoterische Lehren, philosophische Denkschulen und bis hinein in die moderne Quantenphysik ziehen. Dieser Gedanke drückt eine fundamentale Verbundenheit zwischen dem inneren Erleben eines Individuums und seiner äußeren Realität aus, wobei die Trennung zwischen dem Selbst und dem Anderen aufgehoben oder zumindest stark relativiert wird. Im Folgenden wird diese Aussage in einem umfassenden interdisziplinären Rahmen beleuchtet, der ethische, psychologische und quantenphysikalische Perspektiven integriert, um die vielschichtigen Dimensionen dieses Prinzips für das moderne philosophische Denken herauszuarbeiten. Weiterlesen

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Die letzte Einberufung

Der Staat entdeckt den Greis als Waffensystem

Es gibt politische Forderungen, die klingen zunächst wie ein Versehen. Ein Zahlendreher vielleicht, ein redaktioneller Schluckauf, ein Moment unglücklicher geistiger Unterversorgung. Weiterlesen

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Hugin und Munin im Spiegel der Maschinen

Vom Ende der Trennung zwischen Denken und Erinnern

Es ist eine der stilleren Ironien der Gegenwart, dass ausgerechnet die kalte Präzision der Maschine uns zwingt, uralte Mythen wieder ernst zu nehmen. Während Serverfarmen in entlegenen Landschaften rauschen wie künstliche Wälder, kehren zwei Vögel zurück, die niemals wirklich verschwunden waren: Hugin und Munin, die Raben Odins. Der eine steht für das Denken, der andere für das Erinnern, und beide fliegen täglich über die Welt, um ihrem Gott Bericht zu erstatten. Ein archaisches Modell von Erkenntnis, könnte man sagen, das sich nun, kaum dass wir uns von ihm gelöst glaubten, in der Architektur der Künstlichen Intelligenz wieder einschreibt. Weiterlesen

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Berlin kapituliert – und verkauft die Kapitulation als Konzept

Die Ästhetik des Abfalls und der Tourist als tragische Figur der Stadtreinigung

Es gehört zu den stillen Meisterleistungen dieser Stadt, dass sie selbst aus dem Offensichtlichen noch ein Geheimnis macht. Müll etwa. In anderen Städten ist er ein Problem. In Berlin, bekanntlich die Stadt des angewandten politischen Irrsinns, ist er ein Zustand. Und Zustände, das weiß man hier, lassen sich nicht einfach beheben, sie müssen gedeutet werden. Weiterlesen

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Die verbotene Pointe

Monotheismus und das Lachen

Es gehört zu den eigentümlichsten Paradoxien der monotheistischen Religionen, dass sie den Menschen als ein lachendes Wesen erschaffen, nur um ihn dann in eine Ordnung zu stellen, in der das Lachen, zumindest in seiner ungebändigten Form, stets unter Verdacht gerät. Der Gott Abrahams, gleich ob er im Judentum, im Christentum oder im Islam angesprochen wird, scheint eine bemerkenswerte Konstanz in einer Eigenschaft aufzuweisen, die man mit einiger Vorsicht als Humorlosigkeit bezeichnen könnte. Nicht im Sinne eines völligen Mangels an Ironie oder erzählerischer Raffinesse, sondern als eine strukturelle Unverträglichkeit mit jenem entlastenden, subversiven Lachen, das Hierarchien relativiert und Absolutheitsansprüche untergräbt. Weiterlesen

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Das Eigenheim als Gesinnungsprüfung

Deutschland auf dem Weg zur moralischen Bauabnahme

Es ist eine eigentümliche deutsche Fantasie, dass der Staat irgendwann nicht mehr nur unsere Häuser verwaltet, sondern gleich auch das Innenleben möbliert. Bislang genügte es, ein Dach über dem Kopf zu wollen, über ausreichend Kapital oder zumindest über ausreichend Illusionen in Form eines Kredits zu verfügen und sich in die Hände eines Notars zu begeben, der das Ganze mit jener feierlichen Trockenheit besiegelt, die man sonst nur von Beerdigungen kennt. Doch nun, so raunt es durch die empörungsbereiten Echokammern, steht der eigentliche Skandal bevor: Nicht mehr der Kontostand entscheidet über den Erwerb von Eigentum, sondern die moralische TÜV-Plakette der eigenen Gesinnung. Weiterlesen

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Wollt ihr die totale Wehrpflicht?

Nur ein totalitärer Staat traut sich so etwas

Es sind oft die unscheinbaren Sätze, die den größten Lärm machen, allerdings erst dann, wenn man gelernt hat, sie zu hören. Zunächst wirken sie wie Verwaltungsprosa: trocken, rechtmäßig geschniegelt, geschniegelt bis zur Unkenntlichkeit. Doch dann, irgendwo zwischen „Genehmigungspflicht“ und „zuständiges Karrierecenter“, hebt sich ein Vorhang, und dahinter steht er: der Staat, geschniegelt zwar, aber mit einem leichten Hang zur Besitzanzeige.

Du willst also ins Ausland. Wie rührend. Wie altmodisch. Wie verdächtig. Weiterlesen

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Die Asche unserer Brücken

Über den hartnäckigen Stolz und das späte Bedauern

Die Anatomie des Stolzes und sein unausweichlicher Fall

Es gibt in der filigranen und doch so oft erschütterten Architektur der menschlichen Seele wohl kein tragenderes, aber zugleich auch kein brüchigeres Element als den Stolz. Er ist das unsichtbare Gerüst, das uns aufrecht hält, wenn der kalte Wind der Demütigung, der Zurückweisung oder des schlichten Unverständnisses der Welt uns ins Gesicht weht. Der Stolz suggeriert uns Autarkie, eine erhabene Unabhängigkeit von den Urteilen und den Zuwendungen anderer. Doch gerade in dieser vermeintlichen Stärke verbirgt sich ein tückischer Fehler im Bauplan unseres Selbst. Der „hartnäckige Stolz“ ist kein erhabenes Gefühl der inneren Würde. Er ist vielmehr eine wehrhafte Festung, deren Mauern in der Illusion der Unverwundbarkeit so hoch und undurchdringlich gezogen wurden, dass sie am Ende nicht nur die vermeintlichen Feinde, sondern auch das wärmende Licht der menschlichen Nähe aussperren. Weiterlesen

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Egal, oder was?

Der Welt da draußen ist es doch völlig egal, was für Gedanken wir uns machen.“ Dieser Satz hat etwas Beunruhigendes in seiner scheinbaren Harmlosigkeit: Man könnte ihn als beiläufige Resignation missverstehen, als ein Achselzucken im Angesicht einer indifferenten Wirklichkeit. Doch in Wahrheit ist er ein Abgrund in nuce, eine gedankliche Falltür, unter deren Brettern die großen Fragen von Sinn, Subjektivität und Weltverhältnis verborgen liegen. Weiterlesen

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Der magische erste Satz

Der erste Satz eines literarischen Werkes ist kein Satz. Er ist ein Versprechen. Oder genauer: ein Wagnis. In ihm steckt die ganze Arroganz des Anfangs, die Behauptung, dass ausgerechnet diese Stimme, ausgerechnet jetzt, etwas zu sagen hat, das gehört werden muss.

Der erste Satz ist ein Sprung ins Dunkel. Weiterlesen

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